Eine Initiative, die misst, wie gut KI als Benutzeroberfläche für Anträge taugt. Und daraus baut, was der Bürokratie fehlt.
Anträge sind so komplex, dass sie oft nicht gestellt werden und Ansprüche verfallen. Bei der Grundsicherung im Alter beziehen laut DIW rund 62 % der Berechtigten die Leistung nicht, beim Wohngeld etwa die Hälfte, beim Bürgergeld 36,7 %. Formulare und Briefe verbergen die Komplexität, statt sie zu beseitigen.
Beratung kann das nicht auffangen. Für 13 bis 15 Millionen Antragsberechtigte gibt es nur wenige tausend Fachkräfte, die bei diesen Anträgen helfen.
Unabhängig von Bildungsstand oder Muttersprache. KI kann große Wissensmengen wie Gesetzestexte umfassend, schnell und günstig verarbeiten und mit der Situation eines einzelnen Menschen zusammenbringen. Damit lässt sich die fehlende „Benutzeroberfläche" der Bürokratie bauen. Das lindert Not und entlastet den Sozialstaat, und es macht Gesetze wirksamer, wenn Ansprüche bei den Menschen ankommen statt zu verfallen. Reformen ersetzt das nicht, aber es kann das Gefälle spürbar mildern.
Bevor man baut, braucht es einen belastbaren Status quo. Dafür habe ich ein „Eval-Set" gebaut: einen strukturierten Test für KI in den drei Sozialrechts-Bereichen mit der höchsten Nichtinanspruchnahme. 23 gewöhnliche Fälle, zu jedem eine ausführlich recherchierte Musterlösung mit allen Punkten, die zählen. Jeder Fall wird einmal in Alltagssprache und einmal in Amtssprache gefragt.
Gemessen wird mit zwei Kennzahlen: der Trefferquote (wie viel der Musterlösung die KI trifft) und der Schadensquote (Anteil der Antworten mit gefährlichen Falschaussagen oder verschwiegenen Fristen). So lässt sich der Test wiederholen, auch mit neuen Modellen und Lösungen.
Im Juli 2026 lief der erste Prototyp: 920 Antworten über zehn Läufe, quer über die großen KI-Assistenten. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo KI heute schon trägt und wo sie gefährlich wird. Und sie zeigen, wo die größten Hebel liegen.
Die Musterlösungen sind ausführlich recherchiert, aber noch nicht von einer Sozialrechts-Fachkraft abgenommen. Gerade ein Projekt, das die Halluzinationen von KI misst, darf keine unbestätigten Zahlen in die Welt setzen, sonst begeht es denselben Fehler, den es messen will. Erst die fachliche Abnahme macht die Ergebnisse belastbar.
Wenn Sie die vorläufigen Ergebnisse sehen oder bei der Abnahme helfen wollen, melden Sie sich gerne bei mir (Kontakt s. u.).
Sobald belastbar messbar ist, wo und wie sich KI im Sozialrecht verhält, entsteht die Grundlage, um gemeinsam Lösungen zu bauen: in Kooperation mit großen Trägern, mit Beratungsstellen, vielleicht sogar direkt mit den Menschen. Von einfach und schnell einsetzbar bis umfassend und sehr genau. So wird aus der Messung von heute der Weg zu 2030.
Sozialrechts-Fachleute zum Gegenlesen, Menschen zum Mitbauen, Träger und Institutionen, die ihr Wissen einbringen. Oder einfach Interesse an den vorläufigen Ergebnissen.
Angaben gemäß § 5 DDG
Lukas Ingold-Vorländer
Schildower Str. 54, 13467 Berlin
Telefon: 0176 85350563 · E-Mail: lukas@ingold.ai
Diese Seite setzt keine Cookies, bindet keine externen Dienste ein und verwendet kein Tracking. Beim Aufruf verarbeitet der Hosting-Anbieter technisch notwendige Server-Logdaten (z. B. IP-Adresse, Zeitpunkt des Abrufs) auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Wenn Sie mir per E-Mail oder Telefon Daten mitteilen, verwende ich sie nur zur Bearbeitung Ihrer Anfrage. Verantwortlicher ist der im Impressum genannte Anbieter. Sie haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung Ihrer Daten sowie ein Beschwerderecht bei der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.